Service/Fachschule für Sozialwesen

Thementag „Blickpunkt Rassismus“ mit der S15v

Was ist eigentlich Rassismus? Welche Erfahrungen habe ich dazu bereits gesammelt und wie beeinflussen mich diese Erlebnisse in meinem pädagogischen Handeln? Diesen und weiteren Fragen gingen die angehenden Erzieher/-innen der Klasse S15v am 19.05.2017 zum Thementag „Blickpunkt Rassismus“ auf den Grund, der durch zwei Trainerinnen der Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V. (pokuBi) geleitet wurde. Die Veranstaltung verfolgte zum einen das Ziel, die Schüler/-innen für das Thema zu sensibilisieren, zum anderen deren kritischen Blick darauf zu schulen.

 

Rassismus

 

Um sich zunächst der gesellschaftlichen Verankerung von Rassismus bewusst zu werden, sollte die Klasse in einer ersten Annäherung an das Thema anhand von Aussprüchen wie „Schwarzer Peter“ oder „Das kommt mir spanisch vor.“ kritisch hinterfragen, inwieweit unsere Sprache davon geprägt ist. Durch die darauf aufbauende theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Rassismus und seiner Bedeutung als komplexes System, das alle Ebenen unserer Gesellschaft durchdringt, wurde die Grundlage geschaffen, um sich anschließend der Reflexion des eigenen Denkens und Handelns widmen zu können. In diesem Zusammenhang führte die Klasse eine Übung durch, in der bewusst Mitschüler/-innen durch ganz einfache und in unserer Gesellschaft fest verankerte Handlungsweisen ausgegrenzt worden sind. Hierbei erlebten die Schüler/-innen einerseits das Gefühl von Ausgrenzung aufgrund des Andersseins gegenüber einer Mehrheit, andererseits konnte die Mehrheit nachempfinden, wie durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl Abgrenzung gegenüber anderen Personen zum scheinbaren Selbstläufer wird. Damit die Schüler/-innen zumindest ansatzsatzweise nachempfinden konnten, was Rassismus im praktischen Sinne bedeutet und wie dieser sich im Alltag von Betroffenen zeigt, setzten sie sich im letzten Schwerpunkt des Thementages mit der Perspektive der Menschen auseinander, die selbst Rassismuserfahrungen erlebt und diese u.a. mittels Gedichten, Videos oder Raps transparent und zugleich greifbar gemacht haben.

Für alle Beteiligten war es zwar ein anstrengender, aber auch bereichernder Tag. Mandy Schlenkrich