Neben einem Besuch der imposanten Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, spannenden Stadterkundungen und einem Stück im Deutschen Nationaltheater Weimar gehörte unter anderem ein Besuch in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald zum Programm.
Gedanken und Eindrücke derer, die dabei waren, finden sich hier:
Montag, 26. Januar 2026
7:45 Uhr ging das Abenteuer in die Stadt der Dichter und Denker los. Wie zu erwarten, hatten nicht alle das Memo für die Pünktlichkeit bekommen, aber dennoch haben wir es pünktlich um 8 Uhr in den Zug nach Dresden geschafft. In Dresden angekommen ging es weiter in den nächsten Zug direkt nach Leipzig.
Dort angekommen hatten wir dann Zeit zum Essen und genau da passierte unser größter Fauxpas! Der Zug nach Weimar sollte 11:42 Uhr abfahren, doch die Lehrer hatten wohl beide die Brille nicht richtig geputzt, denn der Treff wurde auf 11:45 Uhr gelegt. Tja, da standen wir Schüler und konnten unseren Zug tschüß winken. Naja, wir haben es dann mit einpaar Umwegen nach Weimar geschafft.
Dort hieß es dann schnell zur Unterkunft und dann direkt wieder in die Stadt, denn unser erster Kulturpunkt stand an: das Bauhaus. Der Tourleiter hat uns dann gaaaanz viel über die Geschichte und Architektur von Weimar erzählt. 17 Uhr mussten wir dann gehen und hatten Freizeit, um ein wenig der kalten und verschneiten Dichterluft zu schnuppern. Abends wurde sich dann zu einem kleinen Spieleabend zusammengefunden und danach ging es in die Heia! Der erste Tag in Weimar hat geendet.
Dienstag, 27. Januar 2026
Am Dienstag stand für uns ganz viel Kultur auf dem Plan, denn Weimar ist die Stadt in der Goethe und Schiller lebten. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, um Goethe besser kennenzulernen.
Unser erster Halt war Goethes Wohnhaus. Natürlich waren wir vor der Öffnung des Museums da. Punkt 9.30 Uhr sind wir in die Ausstellung gegangen, wir mussten dem Klischee der deutschen Pünktlichkeit ja gerecht werden. Um das Wohnhaus besser zu verstehen, bekamen wir den Audioguide (extra für uns „Kinder“), so konnten wir auch ohne viel Nachzudenken alles verstehen. Wir stellten fest, dass Goethe sehr schicke Möbel besaß, aber leider kein WLAN. Das Arbeitszimmer konnte man sich auch genauer ansehen, hier schrieb er einige seiner Werke, ganz ohne TikTok und Handy, das wäre für uns heute unvorstellbar.
Nach seinem Wohnhaus ging es noch in das Goethe Nationalmuseum. Hier wurden wir durch die Ausstellung geführt und uns dabei seine Ansichten erklärt. Danach fühlten sich einige selbst wie Dichter und andere eher wie Museumsprofis im langsamen Gehen. Natürlich mussten wir uns auch anschauen, wie Schiller damals lebte. Im Vergleich zu Goethe war es minimalistisch, dies liegt daran, dass er weniger für seine Werke bekam. Berühmte Schriftsteller hatten früher zwar Ruhm, aber definitiv keine Fußbodenheizung.
Die Faust-Ausstellung war anliegend zum Wohnhaus. Hier konnten wir etwas über Mephisto, Gretchen und der großen Lebensfrage lernen, mussten aber zum Glück kein Packt mit dem Teufel eingehen.
Zum Abschluss machten wir noch eine Stadtrallye, bei der wir Weimar auf eigene Faust erkundeten. Danach hatten wir Freizeit und fuhren schließlich zurück in die Jugendherberge. Der Tag war voller Kultur, ob alles hängen geblieben ist? Sagen wir mal so, genug, um diesen Bericht zu schreiben.
Mittwoch, 28. Januar 2026
Der Mittwoch war ein weißer, schöner Tag. Als Erstes fuhren wir zur Uni Jena und wurden da anschließend von einer ehemaligen Studentin über das Studium beraten. Nachdem diese Präsentation vorüber war, machten wir mit "Actionbound" einen lustigen Stadtrundgang, der sehr kreativ gestaltet war.
Zum Mittag waren wir inder Mensa einer Außenstelle der Uni Jena, die sehr viel Auswahl an Essen bereitstellt. Sie ist geräumig und es waren viele Studenten da. Das Essen hat gut geschmeckt und die Preise sind fair für Studenten.
Gleich im Anschluss waren wir bei einer Vorlesung dabei, in der wir viel Neues über das jeweilige Thema erfahren haben. Viele hatten das Thema Philosophie, einige Politikwissenschaft und wenige Theater. Nachdem die Vorlesungen vorüber waren, hatten wir Freizeit und sind am Abend alle wieder zusammen mit dem Zug nach Weimar gefahren.
Ein interessanter und doch anstrengender tag für uns alle.
Donnerstag, 29. Januar 2026
Am Donnerstag machten wir uns früh auf den Weg nach Buchenwald. Nachdem wärmende Sohlen eingelegt wurden, fuhren wir auch schon den Ettersberg hinauf.
Oben angekommen merkten wir, wie kalt es dort im Winter wirklich wurde. Wir lernten viel über die Verbrechen der SS und die extreme Verflechtung von Kultur und Verbrechen im Konzentrationslager KZ Buchenwald. Die vier Stunden dort waren sehr eindrücklich und belastend, sodass wir das Gelände nachdenklich und still verließen.
Im Anschluss ging es für uns alle in die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Während der Führung durch diese wirklich atemberaubende Bibliothek fühlten wir uns wie in einem Fantasy-Roman – die hohen Regale, die geschwungenen Galerien und der beeindruckende Rokokosaal waren einfach faszinierend.
Nach einem kurzen Abendessen gingen wir schließlich ins Deutsches Nationaltheater Weimar. Dort sahen wir eine relativ moderne Inszenierung von „Die Leiden des jungen Werthers“ . Das Stück war überraschend humorvoll umgesetzt, ohne dabei die ernsten Themen aus dem Blick zu verlieren. Die Schauspieler überzeugten mit viel Energie, und wir waren am Ende alle total begeistert von dieser kreativen und zugleich sehr unterhaltsamen Aufführung.
Anschließend mussten wir jedoch wieder zurück zur Jugendherberge laufen, da wir sonst noch sehr lange auf eine Verbindung hätten warten müssen. Trotz der Kälte war der gemeinsame Rückweg auch irgendwie schön, weil wir noch einmal über den Tag und besonders über das Theaterstück gesprochen haben. Zurück in der Unterkunft packten wir schließlich noch die letzten Sachen, damit am nächsten Morgen alles fertig war und wir entspannt abreisen konnten.
Freitag, 30. Januar 2026
Nach einer kurzen Nacht und guten Überredungskünsten, dass wir schon die frühere Verbindung nehmen sollten, standen alle gegen 6 Uhr auf, um sich auf die Rückfahrt vorzubereiten.
Nachdem wir um 7 Uhr ausreichend frühstückten, traten wir eine Stunde später die Abreise im Schneegestöber an. Diese begann mit der Busfahrt bis zum Bahnhof Weimar, damit wir anschließend mit dem Zug nach Naumburg fahren konnten. Voller Eile erfolgte der Umstieg in den nächsten Zug mit dem Ziel "Leipzig Hauptbahnhof". Den weiteren Anschlusszug haben wir ebenfalls geschafft trotz des knappen Zeitraums zwischen der Ankunft in Leipzig und der Zugabfahrt.
Als wir in Dresden angekommen sind, wurde flüchtig durchgezählt, dass keiner verloren gegangen ist, dann schnappten alle ihr Gepäck und wir rannten zum Gleis, an dem unser Zug bereits stand. Der letzte Umstieg erfolgte in Bischofswerda, wobei wir nur den Wagon wechselten.
Schließlich kamen wir gegen 12:20 Uhr am Bahnhof in Bautzen an und reflektierten gedanklich die interessante Studienfahrt!






















